Speicher & Wallbox

Stromspeicher laden und Elektroauto fahren: Wie viel Strom brauchen Sie wirklich gleichzeitig?

Stromspeicher laden und Elektroauto fahren: Wie viel Strom brauchen Sie wirklich gleichzeitig?

Zwei Großverbraucher, eine Solaranlage – das müssen Sie wissen

Wer in Berlin oder Brandenburg eine Photovoltaik-Anlage plant und gleichzeitig ein Elektroauto besitzt, steht schnell vor einer konkreten Frage: Reicht die Anlage eigentlich aus, wenn ich gleichzeitig den Speicher laden und das Auto an der Wallbox hängen habe? Diese Frage klingt technisch, hat aber sehr handfeste Konsequenzen für die Größe Ihrer PV-Anlage, Ihren Speicher und Ihre monatliche Stromrechnung.

Die gute Nachricht: Mit dem richtigen System funktioniert das Zusammenspiel aus Solaranlage, Batteriespeicher und Wallbox sehr gut. Die ehrliche Nachricht: Es erfordert eine sorgfältige Planung – und die meisten Standardangebote berücksichtigen genau diesen Punkt nicht ausreichend.

Wie viel Leistung zieht eine Wallbox eigentlich?

Eine handelsübliche Wallbox für zu Hause lädt mit einer Leistung von 11 kW. Das entspricht in etwa der gleichzeitigen Leistung von vier bis fünf normalen Haushalten zusammen. Günstiger dimensionierte Geräte starten ab etwa 3,7 kW, professionelle Geräte für den Heimbereich gehen in der Regel bis 22 kW – wobei 22 kW im Einfamilienhaus eher die Ausnahme darstellen und meist einen eigenen Hausanschluss erfordern.

Zum Vergleich: Ein Batteriespeicher mit 5 bis 10 kWh Kapazität lädt je nach Modell mit einer Eingangsleistung von etwa 2 bis 5 kW. Ihr Haushalt selbst verbraucht tagsüber im Schnitt weitere 0,3 bis 1,5 kW – je nachdem, ob die Waschmaschine läuft, die Wärmepumpe aktiv ist oder nur der Kühlschrank läuft.

Leistungspegel auf einen Blick

Wallbox (11 kW) + Speicherladung (3–5 kW) + Haushalt (1 kW) können in der Mittagsspitze zusammen leicht 15 kW und mehr verlangen. Eine PV-Anlage mit 6 kWp liefert im Sommer unter optimalen Bedingungen rund 4–5 kW. Der Rest kommt dann aus dem Netz – oder Sie passen die Ladezeiten an.

Stromspeicher laden und Elektroauto fahren: Wie viel Strom brauchen Sie wirklich gleichzeitig?
Abbildung ähnlich

Was das in der Praxis für Berliner Haushalte bedeutet

Berlin liegt auf dem 52. Breitengrad. Das bedeutet: Im Sommer haben Sie lange, ertragreiche Stunden zwischen etwa 9 und 17 Uhr. Im Winter dagegen – also genau dann, wenn viele morgens zur Arbeit fahren und abends mit leerem Akku heimkommen – liefert die Solaranlage kaum Strom. Das hat direkte Auswirkungen auf die Frage, wie sinnvoll das gleichzeitige Betreiben von Speicher und Wallbox ist.

Ein realistisches Szenario in Berlin im Sommer: Sie kommen mittags kurz nach Hause, hängen das Auto an, die Solaranlage produziert gerade 4 kW, der Speicher ist halb voll und wird gerade mit 2 kW geladen. Ihr Haushalt zieht 800 Watt. In diesem Moment fehlen rund 9 kW – die kommen aus dem Netz. Das ist nicht dramatisch, aber es zeigt: Solarstrom allein deckt das Laden des Autos in der Regel nicht vollständig ab.

Im Winter kehrt sich das Bild fast vollständig um. Die Anlage liefert wenig bis nichts, das Auto muss trotzdem geladen werden. Hier ist der Netzbezug unvermeidlich – egal wie groß Ihr Speicher ist.

Wie Sie Wallbox und Speicher intelligent steuern

Der entscheidende Hebel ist die Ladesteuerung. Moderne Energiemanagementsysteme – zum Beispiel von Herstellern wie SMA, Fronius oder Sonnen – können Wallbox und Speicher koordinieren. Das bedeutet konkret:

Ohne ein solches System laden Wallbox und Speicher unkontrolliert gleichzeitig, sobald das Auto angesteckt wird. Das kostet bares Geld und verschlechtert die Eigenverbrauchsquote erheblich. Für Berliner Hausbesitzer, die auf eine hohe Unabhängigkeit vom Netz setzen, ist ein Energiemanagementsystem deshalb keine Kür, sondern fast schon Pflicht.

Tipp aus der Praxis (Maik Marx, Berlin)

In meinen Projekten in Berlin und Brandenburg empfehle ich fast immer ein aufeinander abgestimmtes System: Wechselrichter, Speicher und Wallbox vom gleichen Hersteller oder mit einer gemeinsamen Schnittstelle. Das vermeidet Kompatibilitätsprobleme und macht das Energiemanagement deutlich zuverlässiger. Günstige Einzellösungen, die nicht miteinander kommunizieren, verpassen regelmäßig Optimierungspotenzial.

Welche Anlagengröße brauchen Sie wirklich?

Diese Frage lässt sich nur individuell beantworten – aber es gibt eine Faustformel, die als erster Anhaltspunkt dient:

Szenario Empfohlene PV-Leistung Speichergröße
Haushalt ohne E-Auto 5–8 kWp 5–8 kWh
Haushalt + E-Auto, gelegentlich 8–12 kWp 8–12 kWh
Haushalt + E-Auto, täglich 10–15 kWp 10–15 kWh
Haushalt + 2 E-Autos ab 15 kWp ab 15 kWh

Diese Werte sind Richtwerte. Entscheidend sind Ihr tatsächlicher Jahresverbrauch, Ihre Fahrleistung, das Dachpotenzial und Ihr Wunsch nach Autarkie. Mit dem Solarrechner auf unserer Website können Sie eine erste Einschätzung für Ihr Berliner Objekt gewinnen. Für eine präzise Dimensionierung lohnt sich jedoch immer ein persönliches Beratungsgespräch.

Video: Wie funktioniert eine Solarzelle? (YouTube)

Was kostet das Gesamtsystem in Berlin?

Ein System bestehend aus Photovoltaik-Anlage, Batteriespeicher und Wallbox ist eine echte Investition – aber eine mit messbarem Gegenwert. Grob kalkuliert sollten Sie für eine typische Berliner Konstellation rechnen:

Das Gesamtpaket liegt damit oft im Bereich von ab 20.000 Euro – klingt viel, aber auf zehn bis fünfzehn Jahre gerechnet amortisiert sich das System in vielen Berliner Fällen. Schauen Sie sich dazu auch unsere Pakete im Überblick an oder lesen Sie mehr über die Funktionsweise unserer Anlagen.

Zusätzlich gibt es über die KfW aktuell Förderungsmöglichkeiten, die je nach Programm Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite umfassen. Diese sollten Sie vor der Investition unbedingt prüfen, da sie die Amortisationszeit deutlich verkürzen können.

Fazit: Planung entscheidet über den Nutzen

Stromspeicher und Wallbox gleichzeitig zu betreiben, ist technisch kein Problem – wenn das System richtig geplant ist. Wer beide Komponenten unabgestimmt betreibt, verliert Effizienz und Geld. Wer sie dagegen intelligent verknüpft, kommt in Berlin und Brandenburg dem Ziel einer echten Stromautarkie spürbar näher. Entscheidend ist die gemeinsame Planung aller Komponenten – nicht das nachträgliche Ergänzen einzelner Bauteile.

Interessiert an einem konkreten Angebot für Ihr Haus? Schauen Sie auf unsere Solaranlage-Seite oder vereinbaren Sie direkt einen Termin.

Kann ich eine bestehende Solaranlage nachträglich um Speicher und Wallbox erweitern?

Grundsätzlich ja – aber nicht jede bestehende Anlage eignet sich problemlos für eine Nachrüstung. Entscheidend sind Wechselrichtertyp, Netzanschluss und verfügbare Dachfläche. Eine fachkundige Prüfung vor Ort ist in jedem Fall empfehlenswert, bevor Sie investieren.

Muss ich für Wallbox und Speicher separate Förderanträge stellen?

Das hängt vom jeweiligen Förderprogramm ab. Manche KfW-Programme erlauben eine kombinierte Förderung, andere sind auf einzelne Komponenten beschränkt. Klären Sie das im Vorfeld mit Ihrem Installateur und gegebenenfalls direkt mit der KfW oder Ihrer Hausbank.

Wie viel Solarstrom brauche ich mindestens, um ein Elektroauto sinnvoll mit Solarstrom zu laden?

Als Faustregel gilt: Für eine nennenswerte solare Eigenversorgung des Autos benötigen Sie mindestens einen täglichen Überschuss von etwa 10 bis 15 kWh im Sommer. Das entspricht je nach Standort und Ausrichtung einer PV-Anlage von mindestens 8 bis 10 kWp in Berlin. Kleinere Anlagen laden das Auto zwar auch – aber überwiegend mit Netzstrom.

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In einem kostenfreien Gespräch rechnen wir Ihre Ersparnis konkret durch – unverbindlich, ohne Verkaufsdruck, vom Berliner Solarprofi Maik Marx.

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