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Solarstrom selbst verbrauchen oder einspeisen: Was rechnet sich in Berlin wirklich?

Solarstrom selbst verbrauchen oder einspeisen: Was rechnet sich in Berlin wirklich?

Die Grundfrage: Was passiert mit dem Strom, den Ihre Anlage erzeugt?

Wer in Berlin oder Brandenburg eine Photovoltaikanlage betreibt, steht früher oder später vor derselben Frage: Soll ich den selbst erzeugten Strom möglichst selbst nutzen – oder ist es wirtschaftlich sinnvoller, ihn ins öffentliche Netz einzuspeisen und dafür die gesetzlich festgelegte Vergütung zu kassieren? Die Antwort klingt auf den ersten Blick einfach, ist es aber nicht. Denn sie hängt von mehreren Faktoren ab, die im Zusammenspiel betrachtet werden müssen: Ihrem Stromverbrauchsprofil, der Anlagengröße, dem aktuellen Netzeinspeisetarif und der Frage, ob ein Batteriespeicher Teil Ihres Systems ist oder nicht.

In diesem Beitrag erkläre ich Ihnen als Solarfachbetrieb aus Berlin, wie sich diese Entscheidung in der Praxis darstellt – und warum die meisten unserer Kunden gut daran tun, beide Möglichkeiten klug zu kombinieren, anstatt sich auf eine zu versteifen.

Was bedeutet Eigenverbrauch – und wie viel ist realistisch?

Eigenverbrauch bedeutet: Der Strom, den Ihre Solaranlage erzeugt, wird direkt in Ihrem Haushalt genutzt, ohne den Umweg über das öffentliche Stromnetz. Sie beziehen in diesem Moment keinen Strom vom Versorger und sparen dadurch den aktuellen Haushaltsstrompreis – in Berlin liegt dieser je nach Anbieter derzeit bei rund 28 bis 31 Cent pro Kilowattstunde.

Das klingt zunächst gut. Der Haken: Solaranlagen erzeugen ihren Strom tagsüber, während Ihr Verbrauch oft morgens früh und abends seinen Höhepunkt erreicht. Ein typischer Haushalt ohne Speicher und ohne besondere Maßnahmen erreicht eine Eigenverbrauchsquote von etwa 25 bis 35 Prozent. Das heißt: Der Großteil des erzeugten Stroms fließt ins Netz – ob Sie das wollen oder nicht.

Was bedeutet Eigenverbrauchsquote?

Die Eigenverbrauchsquote gibt an, wie viel Prozent des selbst erzeugten Solarstroms direkt im eigenen Haushalt genutzt wird. Eine Quote von 30 % bedeutet: Von 1.000 kWh Solarstrom werden 300 kWh selbst verbraucht, 700 kWh ins Netz eingespeist. Je höher die Quote, desto unabhängiger werden Sie vom Netzbezug – und desto mehr sparen Sie beim Stromeinkauf.

Solarstrom selbst verbrauchen oder einspeisen: Was rechnet sich in Berlin wirklich?
Abbildung ähnlich

Was bringt die Einspeisevergütung heute noch?

Wer seinen überschüssigen Solarstrom ins öffentliche Netz einspeist, erhält dafür eine gesetzlich geregelte Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Diese Vergütung wird zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme Ihrer Anlage für 20 Jahre festgeschrieben – das gibt Planungssicherheit.

Allerdings ist die Vergütung in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Für neue Anlagen, die im Jahr 2019 in Betrieb gehen, liegt die Einspeisevergütung für Anlagen bis 10 kWp bei rund 10 bis 11 Cent pro Kilowattstunde – je nach Monat der Inbetriebnahme, da das EEG eine monatliche Degression vorsieht. Zum Vergleich: Anfang der 2010er-Jahre lagen die Sätze noch deutlich über 40 Cent.

Das bedeutet in der Praxis: Für jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, sparen Sie rund 28 bis 31 Cent. Für jede Kilowattstunde, die Sie einspeisen, erhalten Sie etwa 10 bis 11 Cent. Die Rechnung ist eindeutig – Eigenverbrauch ist wirtschaftlich attraktiver als Einspeisung, vorausgesetzt, Sie schaffen es tatsächlich, den Strom selbst zu nutzen.

Nutzungsweg Erlös / Ersparnis pro kWh Voraussetzung
Eigenverbrauch (direkt) ca. 28–31 Ct. Verbrauch fällt zeitgleich mit Erzeugung zusammen
Eigenverbrauch (mit Speicher) ca. 28–31 Ct. Batteriespeicher puffert Überschuss für abends/nachts
Netzeinspeisung (EEG 2019) ca. 10–11 Ct. Überschuss fließt ins öffentliche Netz

Wie steigern Sie Ihren Eigenverbrauch in der Praxis?

Die gute Nachricht: Es gibt mehrere Stellschrauben, mit denen Sie Ihre Eigenverbrauchsquote spürbar erhöhen können – ganz ohne Komfortverlust.

Berliner Besonderheit: Mieter und Vermieter

In Berlin sind viele Immobilien Mehrfamilienhäuser. Für Vermieter gibt es seit einigen Jahren die Möglichkeit des sogenannten Mieterstrommodells: Der auf dem Dach erzeugte Solarstrom wird direkt an die Mieter verkauft – zu einem Preis unterhalb des örtlichen Grundversorgungstarifs. Das ist für beide Seiten interessant, erfordert aber eine sorgfältige Planung und Registrierung beim Netzbetreiber. Wenn Sie als Vermieter in Berlin oder Brandenburg über dieses Modell nachdenken, sprechen Sie uns direkt an – wir kennen die lokalen Abläufe mit dem jeweiligen Netzbetreiber.

Video: Wie funktioniert eine Solarzelle? (YouTube)

Volleinspeisung als Strategie – wann kann das sinnvoll sein?

Es gibt Konstellationen, in denen die vollständige Einspeisung des erzeugten Stroms wirtschaftlich interessant sein kann – auch wenn das heute seltener der Fall ist als noch vor einigen Jahren. Relevant ist dies vor allem dann, wenn:

In solchen Fällen kann die Volleinspeisung eine stabile Einnahmequelle sein – allerdings mit dem Nachteil, dass Sie weiterhin vollen Haushaltsstrompreis zahlen. Für die meisten privaten Hauseigentümer in Berlin und Brandenburg ist die kombinierte Strategie aus möglichst hohem Eigenverbrauch und Einspeisung der Überschüsse die wirtschaftlich überzeugendere Lösung.

Wenn Sie wissen möchten, welche Anlagengröße für Ihre Situation passt, können Sie jederzeit einen Blick auf unsere Anlagenpakete werfen oder direkt eine Beratung buchen.

So planen Sie Eigenverbrauch und Einspeisung richtig

Eine durchdachte Planung ist das A und O. Wer eine Anlage kauft, ohne vorher seinen Jahresstromverbrauch, sein Tagesverbrauchsprofil und seine Möglichkeiten zur Lastverschiebung zu kennen, verschenkt wirtschaftliches Potenzial. Folgende Schritte helfen Ihnen dabei:

  1. Jahresstromverbrauch ermitteln: Schauen Sie auf Ihre letzte Stromrechnung. Ein typischer Vier-Personen-Haushalt in Berlin verbraucht ab 4.000 kWh pro Jahr – je nach Geräteausstattung auch deutlich mehr.
  2. Verbrauchsprofil analysieren: Wann sind Sie zu Hause? Wann laufen welche Geräte? Viele moderne Energiemanagementsysteme helfen dabei, den Verbrauch sichtbar zu machen und Optimierungspotenzial zu erkennen.
  3. Anlagengröße und Speicherbedarf abstimmen: Eine zu groß dimensionierte Anlage ohne Speicher produziert viel Strom, den Sie nicht selbst nutzen können. Eine zu kleine Anlage schöpft das Dachpotenzial nicht aus. Nutzen Sie unseren Solarrechner als erste Orientierung.
  4. Förderoptionen prüfen: Neben der KfW gibt es in Berlin und Brandenburg teilweise weitere Förderprogramme für Speicher und Solaranlagen – lassen Sie sich beraten, was zum Zeitpunkt Ihrer Planung verfügbar ist.

Mehr zum grundsätzlichen Ablauf einer Anlagenplanung finden Sie auch in unserem Beitrag unter So funktioniert es.

Ist es sinnvoll, eine Solaranlage ausschließlich auf Volleinspeisung auszulegen?

Das kommt auf Ihre individuelle Situation an. In den meisten Fällen ist Eigenverbrauch wirtschaftlich attraktiver als die aktuelle Einspeisevergütung, weil Sie damit bis zu dreimal so viel pro Kilowattstunde einsparen wie Sie durch Einspeisung verdienen. Volleinspeisung kann dann sinnvoll sein, wenn Sie keinerlei Möglichkeit haben, den Eigenverbrauch zu erhöhen – zum Beispiel bei einer Immobilie, die überwiegend leer steht oder vermietet ist und für die kein Mieterstrommodell infrage kommt.

Wie hoch ist die Eigenverbrauchsquote ohne Batteriespeicher realistisch?

Ohne Speicher und ohne besondere Maßnahmen zur Lastverschiebung liegt die Eigenverbrauchsquote bei einem typischen Berliner Einfamilienhaus erfahrungsgemäß bei 25 bis 35 Prozent. Mit konsequenter Verschiebung von Waschmaschine, Spülmaschine und ähnlichen Geräten in die Mittagsstunden können Sie diese Quote auf 35 bis 45 Prozent steigern. Mit einem Batteriespeicher sind 60 bis über 80 Prozent realistisch.

Ändert sich die Einspeisevergütung nach der Installation meiner Anlage noch?

Nein. Die Einspeisevergütung, die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme Ihrer Anlage gilt, wird für 20 Jahre festgeschrieben. Sie profitieren also von dem Satz, der im Moment der Anmeldung beim Netzbetreiber aktuell ist – unabhängig davon, was danach per Gesetz geändert wird. Das schafft Planungssicherheit für Ihre Wirtschaftlichkeitsrechnung.

Lohnt sich Solar auf Ihrem Dach?

In einem kostenfreien Gespräch rechnen wir Ihre Ersparnis konkret durch – unverbindlich, ohne Verkaufsdruck, vom Berliner Solarprofi Maik Marx.

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