Speicher & Wallbox

Stromspeicher & Wallbox kombinieren: Was Sie vor der Installation wirklich wissen müssen

Stromspeicher & Wallbox kombinieren: Was Sie vor der Installation wirklich wissen müssen

Solarstrom, Speicher und Elektroauto – ein System, drei Komponenten

Wer sich heute eine Photovoltaik-Anlage aufs Dach legt, denkt längst nicht mehr nur an den Strom für Kühlschrank und Waschmaschine. Immer häufiger spielen zwei weitere Fragen eine Rolle: Wo speichere ich den überschüssigen Solarstrom? Und kann ich damit auch mein Elektroauto laden? Beide Fragen landen auf dem Tisch – und die Antwort lautet in vielen Fällen: ja, beides geht, aber nicht automatisch und nicht ohne Planung.

Stromspeicher und Wallbox lassen sich hervorragend mit einer Photovoltaik-Anlage kombinieren. Doch damit die drei Komponenten wirklich als System zusammenarbeiten, müssen einige technische und planerische Voraussetzungen stimmen. Was das konkret bedeutet, erklärt dieser Ratgeber – praxisnah, ohne Marketingsprache, aus dem Berliner Installationsalltag von solarsorglos.de.

Stromspeicher & Wallbox kombinieren: Was Sie vor der Installation wirklich wissen müssen
Abbildung ähnlich

Was Stromspeicher und Wallbox jeweils leisten

Zunächst lohnt ein kurzer Blick auf die Grundfunktionen – denn viele Hausbesitzer verwechseln die Aufgaben der beiden Geräte oder erwarten von einem System das, was das andere leistet.

Ein Batteriespeicher nimmt überschüssigen Solarstrom auf, den die Anlage tagsüber produziert, aber im Haushalt gerade nicht gebraucht wird. Dieser Strom steht dann abends oder nachts zur Verfügung – wenn die Sonne nicht scheint und der Eigenverbrauch steigt. Gute Heimspeicher erreichen dabei Wirkungsgrade von über 90 Prozent. Die Kapazität liegt bei typischen Einfamilienhausspeichern zwischen 5 und 15 kWh.

Eine Wallbox ist im Kern eine gesteuerte Ladestation für Elektrofahrzeuge. Sie lädt schneller und sicherer als eine normale Haushaltssteckdose und erlaubt – je nach Modell – eine Steuerung darüber, wann und wie schnell geladen wird. Genau diese Steuerbarkeit ist der entscheidende Punkt, wenn es um die Kombination mit Solarstrom geht.

Beide Geräte für sich sind nützlich. Zusammen mit einer Photovoltaik-Anlage können sie den Eigenverbrauchsanteil des selbst erzeugten Stroms erheblich steigern – wenn das Gesamtsystem richtig ausgelegt ist.

Warum die Kombination mehr Planung erfordert als gedacht

Der häufigste Irrtum: Wer Speicher und Wallbox kauft und beides ans Hausnetz hängt, hat automatisch ein intelligentes System. Das stimmt nicht. Ohne eine gemeinsame Steuerung arbeiten Speicher und Wallbox nebeneinander – nicht miteinander.

Ein Beispiel aus der Praxis: Die PV-Anlage erzeugt mittags 8 kW. Der Haushalt verbraucht 1 kW. Die Wallbox lädt das Elektroauto mit 11 kW – und zieht damit mehr Leistung als die Anlage liefert. Der Speicher springt ein und entlädt sich, obwohl noch Strom aus dem Netz günstiger verfügbar wäre. Abends, wenn der Haushalt die Grundlast trägt, ist der Speicher leer. Das Gegenteil von dem, was gewünscht war.

Damit Solarstrom, Speicher und Wallbox wirklich zusammenpassen, braucht es ein Energiemanagementsystem (EMS) oder zumindest eine kompatible Steuerung, die Erzeugung, Verbrauch und Ladevorgang aufeinander abstimmt. Viele moderne Wechselrichter bringen diese Funktion bereits mit – aber nur, wenn Wallbox und Speicher vom selben Hersteller stammen oder eine offene Schnittstelle unterstützen.

Wichtig bei der Planung: Systemkompatibilität prüfen

Nicht jede Wallbox kommuniziert mit jedem Speicher oder Wechselrichter. Achten Sie darauf, dass alle Komponenten über ein gemeinsames Protokoll – etwa Modbus TCP, SMA Speedwire oder herstellereigene Lösungen – miteinander sprechen können. Fragen Sie Ihren Installateur ausdrücklich nach einer Liste kompatibler Kombinationen, bevor Sie sich für ein Modell entscheiden.

Kosten: Was eine Kombination aus Speicher und Wallbox realistisch kostet

Die Preise für Heimspeicher und Wallboxen sind in den letzten Jahren gesunken – aber das Gesamtsystem bleibt eine Investition, die gut kalkuliert sein will. Hier eine grobe Orientierung für Berlin und Brandenburg:

Komponente Preisspanne (inkl. MwSt., ohne Montage) Typische Montagekosten
Heimspeicher 5–8 kWh ab 4.500 € ab 800 €
Heimspeicher 10–15 kWh ab 7.500 € ab 1.000 €
Wallbox (11 kW, einfach) ab 500 € ab 400 €
Wallbox (11 kW, mit EMS-Anbindung) ab 900 € ab 500 €

Hinzu kommen Kosten für die elektrische Zuleitung zur Wallbox, die je nach Entfernung zum Zählerkasten und Verlegungsweg erheblich variieren können. Wer Wallbox und Speicher gleichzeitig mit der PV-Anlage installieren lässt, spart in der Regel Montageaufwand – denn Elektriker und Dachinstallateure müssen dann nur einmal anrücken.

Eine genaue Einschätzung für Ihr Haus erhalten Sie über den Solarrechner von solarsorglos.de oder direkt in einem persönlichen Beratungsgespräch.

Förderung in Berlin und Brandenburg: Was 2019 gilt

Für Stromspeicher gibt es in Deutschland keine bundesweite Förderung mehr – das KfW-Speicherprogramm (275) wurde Ende 2018 eingestellt. Wer also 2019 einen Speicher installiert, finanziert diesen in der Regel ohne Bundeszuschuss. Einzelne Bundesländer oder Stadtwerke bieten jedoch eigene Programme an. In Berlin lohnt sich eine Anfrage beim Berliner Senat sowie bei der Berliner Volksbank oder Sparkasse, die gelegentlich zinsgünstige Darlehen für Energiespeicher bereitstellen.

Für Wallboxen gilt aktuell: Eine direkte Bundesförderung existiert 2019 noch nicht. Die KfW bietet jedoch über das Programm 152 zinsgünstige Kredite für energieeffiziente Sanierungsmaßnahmen, unter die auch Ladetechnik fallen kann – sprechen Sie dies bei Ihrer Bank an.

Tipp für Brandenburg

In Brandenburg sind über die ILB (Investitionsbank des Landes Brandenburg) verschiedene Förderprogramme für erneuerbare Energien zugänglich. Ob Speicher oder Ladetechnik förderfähig sind, hängt vom jeweiligen Programm ab – eine aktuelle Beratung durch einen Fachbetrieb vor Ort ist daher unerlässlich. Sprechen Sie uns gerne direkt an.

Worauf Sie beim Kauf konkret achten sollten

Aus der täglichen Praxis auf Berliner und Brandenburger Dächern lassen sich einige klare Empfehlungen ableiten:

Einen ersten Überblick über passende Systeme und Pakete für Berlin und Brandenburg finden Sie auf der Paketseite von solarsorglos.de. Für eine individuelle Auslegung empfiehlt sich der direkte Kontakt – denn die richtige Kombination hängt immer vom konkreten Gebäude, dem Stromverbrauch und dem Fahrverhalten ab.

Video: So funktioniert eine Solaranlage (YouTube)

Häufige Fragen zur Kombination aus Speicher und Wallbox

Kann ich eine Wallbox auch ohne Stromspeicher sinnvoll mit einer PV-Anlage betreiben?

Ja – eine Wallbox lässt sich auch ohne Speicher so steuern, dass sie bevorzugt dann lädt, wenn die PV-Anlage viel Überschuss produziert. Allerdings ist das Zeitfenster dafür begrenzt: Wer tagsüber arbeitet und das Auto nachts lädt, profitiert kaum vom Solarstrom. Ein Speicher puffert diesen Überschuss und gibt ihn flexibel ab – auch für den Ladevorgang am Abend.

Wie viel Solarstrom kann ich tatsächlich ins Elektroauto laden?

Das hängt stark von der Anlagengröße, dem Eigenverbrauch des Haushalts und den Sonnenstunden ab. Als grobe Faustregel: Eine 6-kWp-Anlage in Berlin erzeugt im Jahresdurchschnitt rund 5.400 kWh. Nach Abzug des Haushaltsverbrauchs bleibt oft ein Überschuss von 1.500 bis 2.500 kWh jährlich – genug für ab 10.000 bis 18.000 Kilometer Elektrofahrt, je nach Fahrzeugeffizienz. Diese Zahlen sind Richtwerte; eine genaue Berechnung liefert Ihnen der Solarrechner.

Muss der Speicher und die Wallbox vom gleichen Hersteller sein?

Nicht zwingend – aber es ist der einfachste Weg zur Systemintegration. Viele Hersteller wie SMA, SolarEdge oder Fronius bieten inzwischen eigene Wallbox-Lösungen oder zertifizierte Drittanbieter-Integrationen an. Wer Komponenten verschiedener Hersteller kombiniert, braucht ein offenes Kommunikationsprotokoll und oft zusätzliche Konfigurationsarbeit. Lassen Sie sich dazu von einem Fachbetrieb beraten, der die gängigen Systemkombinationen aus der Praxis kennt.

Lohnt sich Solar auf Ihrem Dach?

In einem kostenfreien Gespräch rechnen wir Ihre Ersparnis konkret durch – unverbindlich, ohne Verkaufsdruck, vom Berliner Solarprofi Maik Marx.

Kostenfreie Beratung buchen

Weitere Beiträge