Die Fragen, die vor dem Kauf wirklich zählen
Wer eine Solaranlage kaufen möchte, hat meistens nicht eine einzige Frage – sondern ein ganzes Bündel davon. In meiner täglichen Arbeit als Solarteur in Berlin und Brandenburg erlebe ich immer wieder dieselben Themen: Lohnt sich das überhaupt? Was kostet das wirklich? Wie lange dauert das alles? Und was passiert, wenn etwas schiefläuft?
Ich habe die wichtigsten Fragen zusammengetragen, die mir Kunden vor der Vertragsunterzeichnung stellen – und beantworte sie hier so ehrlich, wie ich es auch im persönlichen Gespräch tue. Denn eine gute Entscheidung braucht keine Hochglanzbroschüre, sondern klare Antworten.
„Lohnt sich eine Solaranlage bei uns überhaupt?"
Das ist mit Abstand die häufigste Frage – und sie ist vollkommen berechtigt. Die ehrliche Antwort lautet: In den meisten Fällen ja, aber es kommt auf Ihre konkrete Situation an.
Entscheidend sind vor allem drei Faktoren: Ihr jährlicher Stromverbrauch, die Ausrichtung und Neigung Ihres Daches sowie die Frage, wie viel Solarstrom Sie selbst verbrauchen können. Wer tagsüber viel Strom zieht – zum Beispiel im Homeoffice, mit einer Wärmepumpe oder einem Elektroauto – profitiert deutlich mehr als jemand, der das Haus tagsüber verlässt.
In Berlin und Brandenburg ist die Sonneneinstrahlung besser als viele vermuten. Mit einem gut ausgelegten System lassen sich Eigenverbrauchsquoten von 30 bis 50 Prozent erreichen – ohne Speicher. Mit Batteriespeicher steigt dieser Wert je nach Haushalt auf 60 bis 80 Prozent. Das bedeutet: Ein erheblicher Teil Ihres Strombedarfs wird direkt durch die eigene Anlage gedeckt.
Für eine erste Einschätzung empfehle ich unseren Solarrechner, mit dem Sie schnell sehen, was für Ihr Dach rechnerisch möglich ist.
Eine Solaranlage lohnt sich in Berlin und Brandenburg besonders, wenn Ihr Jahresstromverbrauch über 3.000 kWh liegt, Ihr Dach nach Süden, Südosten oder Südwesten ausgerichtet ist und Sie tagsüber regelmäßig Strom verbrauchen. Auch Haushalte mit Elektroauto oder Wärmepumpe profitieren überproportional.

„Was kostet eine Solaranlage – wirklich?"
Diese Frage höre ich oft mit einem leichten Misstrauen gestellt – weil viele Interessenten schon erlebt haben, dass Angebote auf den ersten Blick günstig wirken und sich beim Kleingedruckten doch anders anfühlen.
Ich nenne Ihnen deshalb realistische Orientierungswerte für ein Eigenheim in Berlin:
| Anlagengröße | Typisches Einfamilienhaus | Bruttopreis ab |
|---|---|---|
| 5 kWp | Kleiner Haushalt, 2–3 Personen | ab 8.000 € |
| 8 kWp | Mittlerer Haushalt, 3–4 Personen | ab 12.000 € |
| 10 kWp | Großer Haushalt, Elektroauto | ab 14.500 € |
| + Batteriespeicher | Zusätzlich zur Anlage | ab 4.000 € |
Diese Preise verstehen sich inklusive Montage, Wechselrichter, Anmeldung und Inbetriebnahme – also als Komplettpaket. Was nicht enthalten ist: eventuelle Zusatzarbeiten am Dach, besondere Dachkonstruktionen oder der Austausch des Zählerschranks, falls dieser nicht dem aktuellen Stand entspricht. Das klären wir vor Ort beim Aufmaß – ohne versteckte Nachträge.
Auf unserer Paketeseite finden Sie eine Übersicht über unsere Komplettangebote für Berlin und Brandenburg.
„Wie lange dauert es von der Anfrage bis zur Inbetriebnahme?"
Das ist eine praktische Frage, die viele unterschätzen. Realistisch betrachtet vergehen in Berlin und Brandenburg derzeit zwischen vier und zehn Wochen von der ersten Anfrage bis zum fertigen System – je nach Auslastung, Genehmigungslage und Lieferzeiten für Komponenten.
Grob gliedert sich der Ablauf so:
- Erstberatung und Aufmaß: 1–2 Wochen nach Anfrage
- Angebot und Planung: wenige Tage nach dem Aufmaß
- Anmeldung beim Netzbetreiber: je nach Netzbetreiber 2–6 Wochen Bearbeitungszeit
- Montage: 1–2 Tage auf dem Dach
- Inbetriebnahme und Übergabe: direkt im Anschluss an die Montage
Der häufige Engpass ist die Freigabe durch den Netzbetreiber. In Berlin kann das je nach Bezirk und Anbieter unterschiedlich lang dauern. Wir begleiten diesen Prozess für Sie und kümmern uns um die gesamte Anmeldung. Wie das im Detail funktioniert, erklärt unsere Seite So funktioniert es.
„Welche Garantien gibt es – und was ist wirklich abgesichert?"
Garantiefragen sind absolut legitim, und ich erlebe immer wieder, dass hier im Markt mit Begriffen jongliert wird, die nicht immer das halten, was sie versprechen. Lassen Sie mich die wichtigsten Punkte klar trennen:
Produktgarantie des Herstellers: Gilt für Defekte am Modul oder Wechselrichter. Je nach Hersteller zwischen 10 und 25 Jahren auf Module, 5 bis 10 Jahre auf Wechselrichter. Diese Garantie läuft direkt über den Hersteller – nicht über den Installateur.
Leistungsgarantie: Seriöse Modulhersteller garantieren, dass ihre Module nach 25 Jahren noch mindestens 80 Prozent ihrer ursprünglichen Leistung erbringen. Das ist keine Marketingaussage, sondern ein vertraglich geregelter Wert.
Handwerkergewährleistung: Als Fachbetrieb haften wir für die fachgerechte Ausführung der Installation – gesetzlich für zwei Jahre, in der Praxis darüber hinaus ansprechbar. Mängel in der Ausführung sind bei uns jedoch selten, weil wir ausschließlich zertifizierte Monteure einsetzen.
„Was passiert mit dem Strom, den ich nicht verbrauche?"
Überschüssiger Solarstrom, den Sie nicht selbst nutzen, wird ins öffentliche Netz eingespeist. Dafür erhalten Sie eine gesetzlich geregelte Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die aktuellen Vergütungssätze für neu installierte Anlagen im Jahr 2020 betragen für Anlagen bis 10 kWp rund 9,0 Cent pro Kilowattstunde und sinken halbjährlich leicht ab – das ist im EEG 2020 so festgelegt.
Wichtig zu verstehen: Die Einspeisevergütung ist heute deutlich niedriger als vor einigen Jahren – und liegt damit in der Regel unter dem Preis, den Sie für Netzstrom zahlen. Das bedeutet: Es ist wirtschaftlich vorteilhafter, Solarstrom selbst zu verbrauchen, als ihn einzuspeisen. Deswegen ist die Eigenverbrauchsoptimierung – also die richtige Auslegung der Anlage, ergänzt durch einen Speicher – in der heutigen Zeit so wichtig. Alles dazu finden Sie auf unserer Solaranlagenseite.
„Brauchen wir wirklich einen Batteriespeicher?"
Nicht zwingend – aber häufig sinnvoll. Ein Speicher ist dann besonders wertvoll, wenn Sie morgens früh und abends nach der Arbeit den meisten Strom verbrauchen, also genau dann, wenn die Sonne wenig oder gar nicht scheint. Der Speicher puffert den Solarstrom aus der Mittagszeit in diese Randstunden.
Für Haushalte, die ohnehin tagsüber viel Strom verbrauchen – etwa durch Homeoffice, Wärmepumpe oder häufiges Laden eines Elektroautos – kann ein Speicher erst in einem zweiten Schritt sinnvoll sein. Unsere Empfehlung: Immer die Anlage so vorbereiten, dass ein Speicher später nachgerüstet werden kann, auch wenn er zum Start nicht mitgekauft wird.
Wenn Sie unsicher sind, welche Kombination für Ihren Haushalt passt, sprechen wir das gerne im Erstgespräch durch. Termine dafür vergeben wir unkompliziert über unsere Beratungsseite.
Kann ich eine Solaranlage auch auf einem Flachdach in Berlin installieren?
Ja, Flachdächer sind in Berlin sehr verbreitet und grundsätzlich gut für Photovoltaik geeignet. Die Module werden auf Aufständerungssystemen montiert, die eine optimale Neigung von etwa 15 bis 30 Grad ermöglichen. Wichtig ist dabei die statische Prüfung des Daches sowie die Prüfung auf Mindestabstände, damit sich die Module gegenseitig nicht beschatten. Das klären wir bei jedem Aufmaß vor Ort.
Was passiert, wenn ich mein Haus verkaufe oder vermiete?
Eine Solaranlage ist eine fest mit dem Gebäude verbundene Anlage und geht beim Verkauf grundsätzlich auf den neuen Eigentümer über. Die laufenden EEG-Vergütungsansprüche können übertragen werden. Bei Vermietung ist die Situation steuerlich etwas komplexer – hier empfiehlt sich eine Abstimmung mit einem Steuerberater. Technisch ändert sich an der Anlage selbst nichts.
Gibt es in Berlin aktuell Förderungen, die ich beim Kauf nutzen kann?
Ja, im Jahr 2020 gibt es sowohl Berliner Landesprogramme als auch bundesweite KfW-Förderung, die für Solaranlagen und Stromspeicher genutzt werden kann. Die relevantesten Programme haben wir in unserem Ratgeber zur Berliner Solarförderung 2020 zusammengefasst. Wichtig: Förderanträge müssen in der Regel vor Vertragsabschluss gestellt werden – das sollte deshalb früh im Planungsprozess geklärt werden.
Lohnt sich Solar auf Ihrem Dach?
In einem kostenfreien Gespräch rechnen wir Ihre Ersparnis konkret durch – unverbindlich, ohne Verkaufsdruck, vom Berliner Solarprofi Maik Marx.
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