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Einspeisevergütung 2020: Was sich für Solarbesitzer in Berlin jetzt wirklich ändert

Einspeisevergütung 2020: Was sich für Solarbesitzer in Berlin jetzt wirklich ändert

Warum die Einspeisevergütung 2020 für viele Berliner Hausbesitzer eine wichtige Frage ist

Wer sich in diesem Jahr eine Photovoltaikanlage anschafft oder bereits eine besitzt, kommt an einem Thema nicht vorbei: Die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung sinkt weiter. Das klingt zunächst nach einer schlechten Nachricht – und in gewisser Hinsicht ist es das auch. Aber wer genauer hinschaut, erkennt: Die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage hängt längst nicht mehr allein davon ab, wie viel Geld der Netzbetreiber pro Kilowattstunde eingespeistem Strom überweist.

In diesem Beitrag erkläre ich, Maik Marx von solarsorglos.de, was die aktuellen Vergütungssätze für das Jahr 2020 konkret bedeuten, welche Rolle der Eigenverbrauch dabei spielt und warum Berliner Hausbesitzer die Lage nüchterner betrachten sollten, als manche Schlagzeile vermuten lässt.

Die aktuellen Einspeisevergütungssätze 2020 im Überblick

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) legt fest, dass die Einspeisevergütung für neue Photovoltaikanlagen halbjährlich abgesenkt wird – solange der Zubau in Deutschland bestimmte Schwellenwerte überschreitet. Das war in den vergangenen Jahren durchgehend der Fall. Für Anlagen, die im zweiten Halbjahr 2020 in Betrieb gehen, gelten folgende Richtwerte:

Anlagengröße Vergütung je kWh (ab August 2020)
Bis 10 kWp ca. 9,0 Cent
10 bis 40 kWp ca. 8,8 Cent
40 bis 750 kWp ca. 7,4 Cent

Diese Sätze gelten für den Strom, den Sie tatsächlich ins öffentliche Netz einspeisen – also nicht für den Strom, den Sie selbst verbrauchen. Sie werden 20 Jahre lang garantiert, gerechnet ab dem Datum der Inbetriebnahme. Das ist ein wichtiger Punkt: Wer jetzt installiert, sichert sich die heutigen Sätze für zwei Jahrzehnte.

Wichtig: Übergangsregelung beachten

Für Anlagen, die noch im ersten Halbjahr 2020 in Betrieb genommen wurden, galten geringfügig höhere Sätze. Falls Ihre Anlage kurz vor dem Stichtag fertig geworden ist, lohnt sich ein Blick ins Inbetriebnahmeprotokoll – das genaue Datum entscheidet über den anwendbaren Vergütungssatz für die gesamte Laufzeit.

Einspeisevergütung 2020: Was sich für Solarbesitzer in Berlin jetzt wirklich ändert
Abbildung ähnlich

Eigenverbrauch schlägt Einspeisung – warum das die entscheidende Rechnung ist

Mit rund 9 Cent je Kilowattstunde ist die Einspeisevergütung heute deutlich niedriger als noch vor zehn Jahren. Zum Vergleich: Der Haushaltsstrompreis in Berlin liegt derzeit bei etwa 28 bis 32 Cent je Kilowattstunde. Jede Kilowattstunde Solarstrom, die Sie selbst verbrauchen, anstatt sie einzuspeisen, spart Ihnen also den dreifachen Betrag im Vergleich zur Vergütung.

Das klingt simpel, hat aber weitreichende Konsequenzen für die Planung Ihrer Anlage. Eine Anlage, die primär auf Einspeisung ausgelegt ist, rechnet sich heute deutlich schlechter als eine, die auf hohen Eigenverbrauch optimiert ist. Genau deshalb empfehle ich meinen Kunden in Berlin und Brandenburg immer, die Anlage konsequent auf den eigenen Verbrauch abzustimmen – und im zweiten Schritt zu überlegen, ob ein Batteriespeicher sinnvoll ist.

Wenn Sie wissen möchten, wie hoch Ihr persönlicher Eigenverbrauchsanteil realistisch sein kann, hilft Ihnen unser Solarrechner als erster Anhaltspunkt.

Was bedeutet die sinkende Vergütung konkret für die Amortisation?

Viele Interessenten machen den Fehler, die Wirtschaftlichkeitsrechnung allein auf die Einspeisevergütung zu stützen. Das war vielleicht vor zehn Jahren noch üblich, als die Vergütungssätze bei über 40 Cent lagen. Heute ist das ein veraltetes Denkmodell.

Wer eine typische Anlage für ein Berliner Einfamilienhaus mit ab 10.000 Euro investiert und dabei einen Eigenverbrauchsanteil von 30 bis 40 Prozent erzielt, erreicht eine Amortisation in etwa 10 bis 14 Jahren – je nach Ausrichtung, Dachfläche und Verbrauchsprofil. Die restlichen 6 bis 10 Jahre der garantierten Laufzeit erzeugen dann nahezu reinen Gewinn.

Rechenbeispiel: Berliner Reihenhaus, 7 kWp

Angenommener Jahresertrag: rund 6.300 kWh. Eigenverbrauch: 35 % = ca. 2.200 kWh. Einspeisung: ca. 4.100 kWh. Ersparnis durch Eigenverbrauch (bei 30 Cent/kWh Strombezug): ca. 660 Euro/Jahr. Einspeiseerlös (bei 9 Cent/kWh): ca. 370 Euro/Jahr. Gesamtnutzen im ersten Jahr: rund 1.030 Euro. Das sind Richtwerte – kein verbindliches Angebot. Für Ihre individuelle Berechnung sprechen Sie uns gerne an.

Video: So funktioniert eine Solaranlage (YouTube)

KfW, Berliner Förderung und Steuer: Weitere Stellschrauben für Ihre Wirtschaftlichkeit

Die Einspeisevergütung ist nur eine von mehreren finanziellen Stellschrauben. Wer alle Möglichkeiten ausschöpft, kommt deutlich besser weg:

Eine gute Erstorientierung über mögliche Förderpakete bietet Ihnen unsere Übersicht unter Pakete & Leistungen.

Wann lohnt es sich, jetzt noch schnell zu handeln?

Die Frage, ob man mit einer Installation noch warten soll, höre ich regelmäßig. Meine ehrliche Antwort: Warten lohnt sich in der Regel nicht. Hier ist der Grund:

Die Einspeisevergütung sinkt weiter – das ist gesetzlich so vorgesehen. Die Preise für Solarmodule und Wechselrichter sind in den letzten Jahren zwar ebenfalls gesunken, aber dieser Rückgang wird durch die sinkende Vergütung zunehmend kompensiert. Wer heute installiert, sichert sich den aktuellen Vergütungssatz für 20 Jahre. Wer ein weiteres Jahr wartet, bekommt möglicherweise günstigere Hardware, aber eine niedrigere Vergütung – und die läuft dann 20 Jahre lang.

Hinzu kommt: Je höher Ihr Eigenverbrauch, desto weniger spielt die Vergütungshöhe überhaupt eine Rolle. Wenn Ihr Haushalt stark vom selbst erzeugten Strom profitiert – etwa weil Sie tagsüber zu Hause sind, ein Elektroauto laden oder einen Wärmepumpen-Warmwasserspeicher betreiben – dann ist die Einspeisevergütung ohnehin ein Nebenthema.

Für eine individuelle Einschätzung Ihrer Situation können Sie direkt eine kostenlose Beratung buchen.

Gilt die Einspeisevergütung auch für Anlagen auf Berliner Mietshäusern?

Grundsätzlich ja – allerdings gelten für größere Anlagen auf Mehrfamilienhäusern andere Vergütungsstufen. Zudem spielt das Thema Mieterstrommodell eine Rolle, wenn der Solarstrom direkt an die Mieter geliefert werden soll. Das ist ein eigenes, komplexes Thema. Sprechen Sie uns an, wenn Sie ein Berliner Mehrfamilienhaus besitzen – wir kennen die Berliner Besonderheiten aus der Praxis.

Was passiert mit meiner Vergütung, wenn ich nachträglich einen Speicher einbaue?

Ein nachträglich installierter Batteriespeicher ändert in der Regel nichts an Ihrem bestehenden Einspeisevergütungsvertrag. Allerdings verändert sich Ihr Einspeiseverhalten: Sie speichern mehr Strom zwischen und speisen weniger ein. Das senkt Ihre Einspeiseerträge, erhöht aber Ihren Eigenverbrauchsanteil – was in der Gesamtrechnung meist ein Plus ist. Wie das in Ihrem konkreten Fall aussieht, klären wir gerne in einem Gespräch über unsere Arbeitsweise.

Bekomme ich die Einspeisevergütung auch, wenn ich meine Anlage selbst anmelde?

Die Vergütung erhalten Sie nur, wenn Ihre Anlage korrekt im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen und beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet ist. In Berlin ist das in der Regel Stromnetz Berlin GmbH. Eine fehlerhafte oder vergessene Anmeldung kann die Vergütung gefährden. Als Fachbetrieb übernehmen wir diese Anmeldung für unsere Kunden – das gehört für uns einfach dazu.

Lohnt sich Solar auf Ihrem Dach?

In einem kostenfreien Gespräch rechnen wir Ihre Ersparnis konkret durch – unverbindlich, ohne Verkaufsdruck, vom Berliner Solarprofi Maik Marx.

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