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Cover Folge 41: Solarenergie für Landwirte: Vom Ackerwirt zum Energiewirt
Folge 41 01. Mai 2026 0 Kapitel

Solarenergie für Landwirte: Vom Ackerwirt zum Energiewirt

Die Episode thematisiert die Nutzung von Solarenergie in der Landwirtschaft, inklusive Dachflächen für Solaranlagen, Vorteile des Eigenverbrauchs und innovative Speicherlösungen zur Effizienzsteigerung der Betriebe.

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#41 Solarenergie für Landwirte: Vom Ackerwirt zum Energiewirt

Solarsorglos – Der Solar Podcast

Solarenergie für Landwirte: Vom Ackerwirt zum Energiewirt

Landwirtschaftliche Betriebe besitzen oft riesige Dachflächen auf Scheunen und Ställen – und genau die werden gerade zum zweiten Standbein. In dieser Folge des Solarsorglos-Podcasts zeigt dir Maik Marx, wie Landwirte vom Ackerwirt zum Energiewirt werden, ihren Strom selbst erzeugen und sich so eine stabile, krisensichere Einnahmequelle aufbauen. Was auf deinem Dach möglich ist, rechnet dir unser kostenloser Solarrechner in nur zwei Minuten aus.

Große Dächer, große Anlagen

Die Dimensionen sind beeindruckend: Scheunen- und Stalldächer messen oft fünfhundert bis über zweitausend Quadratmeter. Darauf lassen sich Anlagen mit hundert bis fünfhundert Kilowatt-Peak installieren – weit mehr als auf einem typischen Privathaus. Diese großen Flächen machen landwirtschaftliche Betriebe zu besonders ergiebigen Solar-Standorten.

Große landwirtschaftliche Flächen aus der Luft

Hoher Eigenverbrauch rund um die Uhr

Viele landwirtschaftliche Prozesse brauchen Strom rund um die Uhr: Melkmaschinen, die Kühlung der Milch, die Belüftung der Ställe und Fördertechnik laufen oft genau dann, wenn die Sonne scheint. Dieser hohe Eigenverbrauch macht die Anlage besonders wirtschaftlich, weil der teure Netzbezug durch eigenen Sonnenstrom ersetzt wird. Die passenden Solar-Komplettpakete und die saubere Montage durch Montageteam Marx bekommst du bei Solarsorglos aus einer Hand.

Steuervorteile für den Betrieb

Wie bei anderen Gewerbebetrieben gibt es auch für Landwirte attraktive steuerliche Vorteile: Die Anlage lässt sich abschreiben, oft mit Sonderabschreibungen, und über den Vorsteuerabzug holt sich der Betrieb die Mehrwertsteuer zurück. Zusammen mit dem hohen Eigenverbrauch ergibt sich eine schnelle Amortisation und eine solide Rendite über viele Jahre.

Scheune mit großer Solaranlage auf dem Dach

Robuste Module für raue Bedingungen

Auf dem Hof herrschen besondere Bedingungen: Staub, Ammoniak aus den Ställen und wechselhaftes Wetter fordern die Technik. Maik betont deshalb, wie wichtig hochwertige, speziell für die Landwirtschaft zertifizierte Module und Montagesysteme sind. Sie sorgen für eine lange Lebensdauer und niedrige Wartungskosten – entscheidend für den dauerhaften Ertrag.

Agri-Photovoltaik: Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen

Reinigung und Wartung

Gerade in der Landwirtschaft kann sich auf den Modulen mehr Schmutz ablagern als anderswo. Eine gelegentliche fachgerechte Reinigung hält den Ertrag hoch. Mit einem guten Monitoring werden Verschmutzungen oder Störungen früh erkannt, bevor sie spürbar Ertrag kosten. So bleibt die Anlage über Jahrzehnte zuverlässig und effizient. Aktuelle Marktzahlen liefert der Bundesverband Solarwirtschaft, jede Anlage wird im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur angemeldet, und unabhängige Tipps gibt der Photovoltaik-Ratgeber der Verbraucherzentrale.

Noch einen Schritt weiter: Agri-PV

Wer über das Dach hinausdenkt, kann mit Agri-Photovoltaik sogar Felder doppelt nutzen – Ernte und Stromerzeugung auf derselben Fläche. So wird aus dem Betrieb ein echter Energiewirt mit mehreren Einnahmequellen. Die Kombination aus Dachanlagen, Speicher und gegebenenfalls Freiflächen macht den Hof unabhängig und zukunftssicher.

Solartechnik auf landwirtschaftlicher Fläche

Fazit: Das Dach als zweites Standbein

Für Landwirte ist Solar eine der besten Investitionen – hoher Eigenverbrauch, Steuervorteile und große Flächen treffen zusammen. Hör dir die ganze Folge an und melde dich für eine kostenlose Erstberatung, wenn du deine Hofdächer optimal nutzen willst. Solarsorglos gehört übrigens zu den Projekten von Maik Marx, der mit plangenial auch in der Gründungs- und Karriereberatung und mit First Networks im Webdesign und Hosting aktiv ist.

Komplettes Transkript lesen

Moin Moin und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Solarsorglos-Podcasts.

Heute geht es raus aufs Land, dorthin, wo unsere Lebensmittel herkommen und

wo oft die größten Dächer zu finden sind.

Wir sprechen über Solarenergie für Landwirte und wie man die riesigen Dächer

von Scheunen und Ställen optimal für die Sonnenenergie nutzen kann.

Ich freue mich sehr, dass unser Experte Maik Marx wieder bei uns ist.

Hallo Solaria und ein kräftiges Hallo an alle Landwirte und Freunde der Landwirtschaft da draußen.

Das ist ein Thema, das mir unglaublich

viel Spaß macht, denn hier trifft Tradition auf Hochtechnologie.

Landwirte waren schon immer Pioniere und Energiemanager. Sie wissen,

wie man mit den Ressourcen der Natur arbeitet. und Solarenergie ist die reinste

Form der Ressourcennutzung.

Die Dächer auf landwirtschaftlichen Betrieben sind oft wahre Goldgruben.

Riesig, unverschattet und perfekt für die solare Stromerzeugung im großen Stil.

Goldgruben, das klingt vielversprechend. Wenn du von riesigen Dächern sprichst,

worüber reden wir da genau?

Und was macht die Landwirtschaft zu einem so idealen Anwendungsfall für Solarenergie?

Die Dimensionen sind beeindruckend. Eine durchschnittliche Scheune hat oft eine

Dachfläche von 500 bis über 2000 Quadratmetern.

Darauf lassen sich problemlos Anlagen mit einer Leistung von 100 bis zu 500

Kilowatt Peak installieren.

Das ist das Hundertfache einer typischen privaten Hausanlage.

Der Idealfall ist aber der hohe Eigenverbrauch. Ein moderner landwirtschaftlicher

Betrieb ist ein energieintensives Unternehmen.

Denk an die Melkmaschinen, die Kühlung der Milch, die Belüftung der Ställe,

die Fütterungsanlagen, die Bewässerungssysteme oder die Trocknung von Getreide.

All das verbraucht rund um die Uhr Strom, oft genau dann, wenn die Sonne am stärksten scheint.

Dieser hohe Eigenverbrauch macht die Investition extrem rentabel,

weil der teure Strom vom Energieversorger direkt durch den eigenen günstigen

Solarstrom ersetzt wird.

Das leuchtet ein. Der Strom wird also direkt vor Ort verbraucht.

Aber die Umgebung auf einem Bauernhof ist ja oft rauer als in einem Wohngebiet.

Ich denke da an Staub, Ammoniak aus den Ställen oder auch mal stärkere Witterung.

Halten die Solarmodule das aus?

Ein sehr wichtiger Punkt. Die Bedingungen sind definitiv anspruchsvoller.

Staub, Pollen und vor allem die aggressiven Ammoniakdämpfer aus der Tierhaltung

können die Module und die Unterkonstruktion angreifen.

Deshalb ist die Wahl der richtigen Komponenten entscheidend.

Man sollte hier unbedingt auf Qualität setzen. Es gibt spezielle,

ammoniakbeständige Solarmodule und Montagesysteme, die für den Einsatz in der

Landwirtschaft zertifiziert sind.

Diese sind zwar in der Anschaffung etwas teurer, aber das zahlt sich durch eine

längere Lebensdauer und geringere Wartungskosten um ein Vielfaches aus.

Auch die regelmäßige Reinigung der Module ist wichtiger als bei einer privaten

Anlage, um die volle Leistung zu erhalten. Viele Landwirte integrieren das aber

einfach in ihre normalen Betriebsabläufe.

Qualität ist also entscheidend.

Lass uns über die Wirtschaftlichkeit sprechen. Du sagtest, die Investition sei extrem rentabel.

Kannst du das mal an einem konkreten Beispiel festmachen?

Sehr gerne. Nehmen wir einen Milchviehbetrieb mit einem Stromverbrauch von 80.000

Kilowattstunden pro Jahr.

Das ist nicht unüblich. Bei einem Strompreis von, sagen wir,

30 Cent pro Kilowattstunde hat der Landwirt jährliche Stromkosten von 24.000 Euro.

Jetzt installieren wir eine Solaranlage mit 100 Kilowatt Peak.

Die kostet inklusive Montage und aller Komponenten etwa 100.000 Euro.

Diese Anlage erzeugt rund 90.000 Kilowattstunden pro Jahr.

Wenn der Betrieb es schafft, 50% davon selbst zu verbrauchen,

also 45.000 Kilowattstunden, spart er allein dadurch 13.500 Euro pro Jahr.

Die restliche Energie wird ins Netz eingespeist und vergütet.

Zusätzlich gibt es für Landwirte fantastische steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten

wie den Investitionsabzugsbetrag,

mit dem man bis zu 50% der Kosten schon vor der Investition steuerlich geltend machen kann.

Unter dem Strich kann sich eine solche Anlage oft schon nach 6 bis 8 Jahren amortisieren.

Danach produziert sie für mindestens 15 weitere Jahre fast kostenlosen Strom.

6 bis 8 Jahre, das ist eine Ansage. Das ist ja schneller als bei vielen privaten Anlagen.

Du hast den Eigenverbrauch angesprochen. Wie kann ein Landwirt den denn gezielt erhöhen?

Das ist der Schlüssel zur maximalen Rentabilität. Es geht um intelligentes Last

Management. Das bedeutet, man versucht, die großen Stromverbraucher gezielt

dann laufen zu lassen, wenn die Sonne scheint.

Man kann zum Beispiel die Kühlaggregate für die Milch tagsüber stärker herunterkühlen,

um die thermische Trägheit als Speicher zu nutzen.

Oder man lädt die Batterien von elektrischen Hofladern oder anderen Fahrzeugen mitten am Tag.

Moderne Energiemanagementsysteme können das sogar vollautomatisch steuern.

Sie wissen, wann ein Solarüberschuss da ist und schalten dann gezielt die Verbraucher zu.

Die nächste Stufe ist dann ein großer Batteriespeicher, um den Sonnenstrom auch

für die Nacht oder die frühen Morgenstunden zu sichern, wenn zum Beispiel die

erste Melkrunde ansteht.

Batteriespeicher sind also auch in der Landwirtschaft ein großes Thema.

Und wie sieht es mit der Kombination mit anderen Technologien aus?

Ich habe mal von AgriPV gehört. Ist das dasselbe?

AgriPV oder genauer gesagt AgriPhotovoltaik ist ein verwandtes, aber anderes Konzept.

Bei der klassischen Anlage, über die wir gerade sprechen, nutzen wir die Dächer der Gebäude.

AgriPV geht einen Schritt weiter und integriert die Solarmodule direkt in die

landwirtschaftliche Nutzfläche.

Man baut die Module zum Beispiel in großer Höhe über einem Acker auf,

sodass darunter weiterhin Traktoren fahren und Pflanzen wachsen können.

Das hat den doppelten Nutzen von Stromerzeugung und landwirtschaftlichem Anbau auf derselben Fläche.

Die Module können die Pflanzen sogar vor zu starker Sonneneinstrahlung,

Hagel oder Austrocknung schützen.

Das ist ein extrem spannendes Zukunftsfeld, das aber noch in der Entwicklung und Erprobung ist.

Die Nutzung der riesigen, bereits vorhandenen Scheunendächer ist der erste,

logische und wirtschaftlich attraktivste Schritt für fast jeden Landwirt.

Das ist eine gute Unterscheidung. Zurück zu den Dächern.

Gibt es neben den steuerlichen Vorteilen auch spezielle Förderprogramme für

Landwirte, die auf Solar umsteigen wollen?

Ja, die gibt es. Die Förderlandschaft ist zwar immer in Bewegung,

aber die Landwirtschaft steht oft im Fokus.

Es gibt spezielle Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau,

kurz KfW, mit zinsgünstigen Darlehen für Energieeffizienzmaßnahmen.

Auch die Bundesländer haben oft eigene Fördertöpfe für die Landwirtschaft.

Ein guter Energieberater, der sich auf die Landwirtschaft spezialisiert hat,

kann hier helfen, die passenden Programme zu finden und die Anträge zu stellen.

Wichtig ist, die Förderung immer vor Beginn der Maßnahme zu beantragen.

Das ist ein entscheidender Punkt, den man nicht vergessen darf.

Das ist ein wertvoller Tipp. Wenn du jetzt einem Landwirt, der gerade zuhört

und überlegt, den Schritt zu wagen, einen Rat geben müsstest,

was wäre das Wichtigste?

Das Wichtigste ist, fang an, dich damit zu beschäftigen.

Lass dir von einem unabhängigen Experten eine Potenzialanalyse für deinen Hof machen.

Wie hoch ist dein Verbrauch? Welche Dachflächen sind geeignet?

Wie hoch wäre dein Eigenverbrauchsanteil? Eine solche Analyse kostet nicht die

Welt, gibt dir aber eine fundierte Grundlage für deine Entscheidung.

Der zweite Rat ist, denk groß. Die Dächer sind riesig, nutze das Potenzial.

Eine zu klein dimensionierte Anlage ärgert dich später nur.

Und der dritte Rat, setze auf Qualität. Dein Hof ist dein Kapital.

Die Solaranlage wird für die nächsten 20 bis 30 Jahre ein Teil davon sein.

Hier bei den Komponenten zu sparen, ist der falsche Weg.

Das ist ein starkes Plädoyer. Vielen Dank, Maik, für diese unglaublich detaillierten

und praxisnahen Einblicke in die Welt der Solarenergie für die Landwirtschaft.

Sehr gerne, Solaria. Es ist einfach ein fantastisches Feld, in dem man als Landwirt

seine Zukunft selbst in die Hand nehmen und ein echter Energiewirt werden kann.

Bevor wir uns für heute verabschieden, hier noch unser Ausblick auf die nächste Folge.

In Folge 42 tauchen wir tief in die Welt der Speicher ein.

Es geht um Solarenergie und Speichertechnologien. Und wir schauen uns die Batterien der Zukunft an.

Wir hoffen, du bist auch dann wieder mit dabei. Bis dahin, hab eine ertragreiche

und sonnige Zeit. Mach's gut.

Bleib neugierig und bis zum nächsten Mal.

Die Informationen in diesem Podcast dienen deiner allgemeinen Orientierung zum

Thema Solarenergie in der Landwirtschaft. Sie ersetzen keine individuelle Energie-,

Finanz- oder Steuerberatung.

Die Planung und Installation von Großanlagen unterliegt spezifischen Vorschriften

und erfordert eine detaillierte fachliche Prüfung.

Für eine auf deinen Betrieb zugeschnittene Planung wende dich bitte an qualifizierte

Fachberater und Installateure.

Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.

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