Grüß euch zusammen. Hier ist wieder eure Solaria. Ich freue mich riesig,
dass ihr wieder dabei seid.
Heute haben wir ein Thema, das viele überraschen wird. Elektroheizungen mit Solarstrom.
Ja, ihr habt richtig gehört. Elektrisch heizen kann sehr effizient sowie umweltfreundlich
sein, wenn der Strom von der eigenen Solaranlage kommt.
Natürlich ist auch wieder unser Experte Maik Marx dabei. Maik,
schön, dass du, was du da bist.
Hallo Solaria, hallo liebe Hörerinnen, hallo liebe Hörer. Ja,
das freut mich auch sehr.
Das Thema heute ist wirklich spannend, es ist spannend, denn viele denken bei
Elektroheizungen an teure Stromfresser.
Aber in Kombination mit Solarenergie können Elektroheizungen eine sehr clevere
sowie kostengünstige Lösung sein, besonders für gut gedämmte Häuser.
Das klingt interessant. Aber lass
uns mal konkret werden. Welche Arten von Elektroheizungen gibt es denn?
Es gibt verschiedene Systeme. Infrarotheizungen sind sehr beliebt.
Sie erwärmen direkt Gegenstände sowie Menschen durch Strahlungswärme, nicht die Luft.
Dann gibt es Direktheizungen wie Konvektoren oder Heizlüfter.
Speicherheizungen laden sich nachts mit günstigem Strom auf.
Fußbodenheizungen können auch elektrisch betrieben werden. Jedes System hat
seine Vor- sowie Nachteile.
Infrarotheizungen klingen interessant. Wie funktionieren die genau?
Infrarotheizungen arbeiten wie die Sonne. Sie senden unsichtbare Infrarotstrahlen
aus, die Wände, Möbel sowie Menschen direkt erwärmen.
Die Luft wird nur indirekt erwärmt. Das fühlt sich sehr angenehm an,
wie Sonnenstrahlen auf der Haut.
Ein 100 Watt Infrarotpanel erwärmt etwa 10 bis 15 Quadratmeter bei gut gedämmten Räumen.
100 Watt für 10 bis 15 Quadratmeter, das klingt sehr effizient.
Was kosten solche Paneele?
Infrarotpaneele sind sehr günstig in der Anschaffung. Ein Paneele für 10 Quadratmeter
kostet etwa 200 bis 700 Euro, je nach Ausführung.
Es gibt sie als Wandheizungen, Spiegelheizungen, Bildheizungen oder sogar als Tafelheizungen.
Die Installation ist einfach Wandmontage plus Steckdose fertig.
200 bis 700 Euro. Das ist ja sehr günstig. Aber wie viel Strom verbrauchen Sie?
Das hängt von der Dämmung ab. In einem gut gedämmten Haus braucht ihr etwa 60
bis 100 Watt pro Quadratmeter. Ein 150 Quadratmeter Haus braucht also 9 bis
15 Kilowatt Heizleistung.
Bei 2000 Heizstunden pro Jahr sind das 18.000 bis 30.000 Kilowattstunden Stromverbrauch.
30.000 Kilowattstunden, das klingt nach viel.
Wie kommt die Solarenergie ins Spiel?
Hier wird es spannend. Eine große Solaranlage mit 20 bis 30 Kilowatt Peak kann
20.000 bis 40.000 Kilowattstunden pro Jahr erzeugen.
Das reicht für Haushaltsstrom sowie Elektroheizung.
Wichtig ist ein großer Batteriespeicher mit 20 bis 40 Kilowattstunden,
damit ihr auch abends sowie nachts Solarstrom zum Heizen habt.
20 bis 40 Kilowattstunden Batteriespeicher, das ist ja riesig.
Was kostet so ein System?
Ein komplettes System kostet etwa 40.000 bis 60.000 Euro.
20 bis 30 Kilowatt Peak-Solaranlage kosten 20.000 bis 30.000 Euro.
Der große Batteriespeicher 15.000 bis 25.000 Euro.
Die Infrarotheizungen 3.000 bis 8.000 Euro.
Dazu kommen Installation sowie Elektroarbeiten.
60.000 Euro, das ist schon eine Investition. Rechnet sich das denn?
Absolut. Nehmen wir ein Beispiel. Alte Ölheizung mit 3.500 Euro Heizkosten pro Jahr.
Das neue System kostet nach Förderung etwa 50.000 Euro Eigenanteil.
Die neuen Heizkosten sind nur noch 500 bis 1.000 Euro pro Jahr.
Fast nur noch Grundgebühren.
3.000.
Euro Ersparnis pro Jahr. Das ist fantastisch. Wann amortisiert sich die Investition?
Bei 50.000 Euro Eigenanteil sowie 3.000 Euro Ersparnis pro Jahr amortisiert
sich die Investition in etwa 17 Jahren.
Danach lauft ihr 10 bis 15 Jahre mit minimalen Heizkosten.
Außerdem seid ihr völlig unabhängig von Öl, Gas sowie deren Preisschwankungen.
Das ist eine interessante Rechnung. Aber für welche Häuser eignet sich das System?
Elektroheizungen mit Solar eignen sich besonders für gut gedämmte Häuser.
Neubauten, Passivhäuser, sanierte Altbauten. Der Heizwärmebedarf sollte unter
50 kWh pro Quadratmeter sowie Jahr liegen.
Bei schlechter Dämmung wird der Stromverbrauch zu hoch, auch für große Solaranlagen.
Unter 50 kWh pro Quadratmeter. Das ist ein guter Richtwert.
Aber was sind die Vorteile gegenüber Wärmepumpen?
Elektroheizungen haben mehrere Vorteile. Sehr niedrige Anschaffungskosten,
einfache Installation, keine Wartung, kein Kältemittel funktionieren bei jeder Außentemperatur.
Wärmepumpen sind effizienter, aber teurer sowie wartungsintensiver.
Bei viel eigenem Solarstrom können Elektroheizungen durchaus konkurrenzfähig sein.
Das sind gute Argumente. Aber gibt es auch Nachteile?
Ja, einige solltet ihr bedenken. Elektroheizungen haben 100% Wirkungsgrad,
Wärmepumpen 300-400%. Ihr braucht eine sehr große Solaranlage sowie Batteriespeicher.
Bei wenig Sonne im Winter wird teurer Netzstrom verbraucht.
Die Investition ist hoch, auch wenn die laufenden Kosten niedrig sind.
Das sind faire Punkte. Aber wie sieht es mit verschiedenen Elektroheizungsarten aus?
Infrarotheizungen sind am beliebtesten. Angenehme Strahlungswärme,
schnelle Reaktion, verschiedene Designs.
Konvektoren erwärmen die Luft, sind günstiger, aber weniger komfortabel.
Fußbodenheizungen bieten höchsten Komfort, sind aber teurer in der Installation.
Speicherheizungen nutzen günstige Nachtstromtarife, sind aber träge.
Verschiedene Designs bei Infrarotheizungen. Das klingt interessant. Was gibt es da?
Die Auswahl ist riesig. Wandpaneele in Weiß oder Anthrazit, Spiegelheizungen
für Badezimmer, Bildheizungen mit Landschaftsmotiven,
Tafelheizungen als Whiteboard, sogar Natursteinheizungen.
Manche sind so schön, dass Gäste nicht erkennen, dass es Heizungen sind.
Preise von 200 bis über 1000 Euro pro Paneel.
Über 1000 Euro für ein Paneel? Das ist aber teuer. Lohnt sich das?
Designheizungen sind Luxus, aber normale Paneele reichen völlig.
Wichtig ist die richtige Dimensionierung. 60 bis 100 Watt pro Quadratmeter bei guter Dämmung.
Ein Energieberater kann den genauen Bedarf berechnen.
Lieber etwas überdimensionieren, dann laufen die Heizungen nicht ständig auf Volllast.
Das ist ein guter Tipp. Aber wie steuert man so ein System intelligent?
Moderne Elektroheizungen haben WLAN sowie können per App gesteuert werden.
Ihr könnt Zeitprogramme erstellen.
Temperaturen für jeden Raum einzeln regeln, sogar mit der Wettervorhersage verknüpfen.
Bei viel Solarstrom wird mehr geheizt, bei wenig Sonne wird gespart.
Das optimiert den Eigenverbrauch.
App-Steuerung sowie Wetterverknüpfung. Das ist ja richtig smart.
Aber funktioniert das auch mit Smart Home?
Ja, viele Systeme sind Smart Home kompatibel.
Über Alexa, Google Home oder Apple HomeKit könnt ihr die Heizungen sprachsteuern.
Verknüpfung mit Solaranlage sowie Batteriespeicher ist möglich.
Automatisches Heizen bei Solarüberschuss. Sogar Anwesenheitserkennung funktioniert.
Heizung aus, wenn niemand da ist.
Das klingt nach Zukunft. Aber wie sieht es mit der Umweltbilanz aus?
Mit eigenem Solarstrom ist die Umweltbilanz hervorragend.
Kein CO2-Ausstoß beim Heizen, keine Verbrennung, kein Kältemittel wie bei Wärmepumpen.
Selbst mit Netzstrom ist die Bilanz besser als bei Öl oder Gas,
weil der Strommix immer grüner wird.
Bis 2030 werden 80% des Stroms aus erneuerbaren Energien kommen.
80% erneuerbare Energien, das ist eine gute Entwicklung. Aber gibt es auch Förderungen?
Für die Solaranlage gibt es die bekannten Förderungen. KfW-Kredit,
regionale Programme, Steuerbefreiung.
Für Elektroheizungen gibt es weniger direkte Förderung, aber sie gelten als
erneuerbare Heizung, wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen kommt.
Manche Bundesländer fördern Batteriespeicher zusätzlich.
Das ist gut zu wissen, aber für wen ist so ein System besonders geeignet?
Perfekt für Bauherren von Neubauten oder Passivhäusern mit sehr niedrigem Heizwärmebedarf.
Auch für Besitzer gut sanierter Altbauten interessant.
Besonders sinnvoll, wenn kein Gasanschluss vorhanden ist oder eine Wärmepumpe nicht möglich ist.
Auch für Ferienhäuser oder selten genutzte Gebäude ideal.
Das sind gute Anwendungsfälle. Aber wie sieht die Zukunft aus?
Elektroheizungen mit Solar werden immer attraktiver. Solaranlagen werden günstiger,
Batteriespeicher auch.
Gleichzeitig steigen die Preise für Öl sowie Gas.
Neue Technologien wie Grafenheizfolien oder keramische Heizelemente werden noch effizienter.
In zehn Jahren könnte das eine Standardlösung für gut gedämmte Häuser sein.
Das sind spannende Aussichten. Aber gibt es auch Risiken?
Das größte Risiko sind steigende Strompreise, falls die Solaranlage nicht ausreicht.
Deshalb ist eine gute Dimensionierung wichtig.
Auch die Abhängigkeit von der Technik, bei Defekten am Batteriespeicher oder
Wechselrichter funktioniert die Heizung nicht.
Aber moderne Systeme sind sehr zuverlässig.
Das sind wichtige Punkte. Vielen Dank, Maik, für diese aufschlussreichen Einblicke
in die Welt der solaren Elektroheizungen.
Sehr gerne, Solaria. Es hat mir wieder große Freude bereitet,
über diese innovativen Heizsysteme zu sprechen.
Liebe Hörerinnen, liebe Hörer, das war unsere 38.
Folge über Elektroheizungen mit Solarstrom. Wie immer freuen wir uns über eure
Kommentare, eure Fragen.
Schreibt uns gerne, ob ihr bereits über solche Systeme nachgedacht habt oder
ob ihr schon Erfahrungen mit Elektroheizungen gemacht habt.
In der nächsten Folge sprechen wir übrigens über Solarenergie sowie Gartenhäuser,
wie ihr auch kleine Gebäude optimal mit Sonnenstrom versorgt.
Bis zum nächsten Mal. Bleibt innovativ.
Macht's gut sowie bis bald.
Die in diesem Podcast geteilten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen
Information über Elektroheizungen, Solarenergie sowie deren Kombination.
Sie stellen keine Heizungsberatung, Elektroberatung oder Energieeffizienzberatung dar.
Elektroheizungen sowie Solaranlagen
unterliegen technischen sowie sicherheitstechnischen Bestimmungen.
Für individuelle Beratung zu Heizsystemen, Dimensionierung sowie Installation,
wenden Sie sich bitte an qualifizierte Heizungsfachbetriebe sowie Elektriker.
Alle Angaben ohne Gewehr.