Hallo zusammen, hier ist wieder eure Solaria. Ich freue mich riesig,
dass ihr wieder dabei seid.
Heute haben wir ein Thema, das viele Altbaubesitzer beschäftigt.
Solarenergie sowie Wärmepumpen für ältere Gebäude. Funktioniert das überhaupt? Lohnt sich das?
Wir klären alle Mythen auf. Natürlich ist auch wieder unser Experte Maik Marx dabei.
Maik, schön, dass du da bist.
Hallo Solaria, hallo liebe Hörerinnen, hallo liebe Hörer.
Ja, das freut mich auch sehr. Das Thema heute ist wirklich wichtig,
denn viele Altbaubesitzer denken, Wärmepumpen funktionieren nur in Neubauten.
Das ist ein weit verbreiteter Mythos.
Moderne Wärmepumpen funktionieren auch in älteren Gebäuden sehr gut,
besonders in Kombination mit Solarenergie.
Das ist ja beruhigend zu hören, aber lass uns mal konkret werden.
Was ist überhaupt ein Altbau?
Als Altbau bezeichnen wir meist Gebäude, die von 1980 gebaut wurden.
Das sind Häuser mit dickeren Wänden, höheren Räumen, oft noch mit alten Heizkörpern
sowie Öl- oder Gasheizungen.
Viele haben noch die ursprüngliche Dämmung oder gar keine Dämmung.
Trotzdem können auch diese Häuser mit Wärmepumpen beheizt werden.
Auch ohne Dämmung? Das überrascht mich. Wie funktioniert das denn?
Moderne Hochtemperatur-Wärmepumpen können Vorlauftemperaturen von 65 bis 70 Grad erreichen.
Das reicht auch für alte Heizkörper sowie ungedämmte Häuser.
Die neuen Modelle von Bosch, Fiesmann oder Vaillant sind speziell für den Altbaumarkt entwickelt.
Sie arbeiten auch bei minus 20 Grad Außentemperatur noch effizient.
65 bis 70 Grad, das ist ja richtig heiß. Aber sind solche Wärmepumpen nicht sehr teuer?
Die Anschaffungskosten sind höher als bei normalen Wärmepumpen.
Eine Hochtemperaturwärmepumpe kostet etwa 25.000 bis 40.000 Euro inklusive Einbau.
Aber es gibt bis zu 70 Prozent staatliche Förderung.
Bei 40.000 Euro Kosten bekommt ihr bis zu 28.000 Euro Zuschuss.
Euer Eigenanteil sind nur 12.000 Euro.
12.000 Euro Eigenanteil. Das ist ja sehr überschaubar.
Aber wie viel Strom verbraucht so eine Wärmepumpe?
Das hängt vom Gebäude ab. Ein unsanierter Altbau mit 150 Quadratmetern verbraucht
etwa 8000 bis 12000 Kilowattstunden Strom pro Jahr für die Wärmepumpe.
Das klingt viel, aber eine alte Ölheizung verbraucht 2500 bis 3500 Liter Öl pro Jahre.
Das entspricht 25.000 bis 35.000 Kilowattstunden Energie.
35.000 Kilowattstunden, das ist ja dreimal so viel. Aber wie kommt die Solarenergie ins Spiel?
Hier wird es richtig interessant. Eine große Solaranlage mit 15 bis 20 Kilowatt
Peak kann 12.000 bis 18.000 Kilowattstunden pro Jahr erzeugen.
Das reicht für Haushaltsstrom sowie Wärmepumpe.
Im Sommer läuft die Wärmepumpe für Warmwasser mit reinem Solarstrom.
Im Winter reduziert sie die Stromkosten erheblich.
12.000 bis 18.000 Kilowattstunden. Das ist ja ein richtiges Kraftwerk.
Aber passt so eine große Anlage auf ein Altbaudach?
Altbauten haben oft große Dächer. Ein typisches Einfamilienhaus aus den 50er
Jahren hat 100 bis 150 Quadratmeter Dachfläche.
Darauf passen 15 bis 20 Kilowatt Peak problemlos. Wichtig ist die Statik.
Alte Dächer müssen manchmal verstärkt werden. Aber das ist meist machbar sowie bezahlbar.
Das klingt machbar. Aber wie sieht da die Wirtschaftlichkeit aus?
Die Zahlen sind beeindruckend. Nehmen wir ein Beispiel. Altbau mit alter Ölheizung,
Heizkosten 3000 Euro pro Jahr.
Neue Wärmepumpe plus Solaranlage kosten 60.000 Euro, Förderung 40.000 Euro,
Eigenanteil 20.000 Euro.
Die neuen Heizkosten sind nur noch 800 bis 1200 Euro pro Jahr.
Ersparnis 2.000 Euro jährlich.
2.000 Euro Ersparnis pro Jahr. Das ist ja fantastisch. Wann amortisiert sich die Investition?
Bei 20.000 Euro Eigenanteil sowie 2.000 Euro Ersparnis pro Jahr amortisiert
sich die Investition in 10 Jahren.
Danach lauft ihr 15 bis 20 Jahre mit minimalen Heizkosten.
Außerdem steigt der Immobilienwert um 20.000 bis 30.000 Euro.
Das ist eine Win-Win-Situation.
Das sind überzeugende Zahlen. Aber funktioniert das auch bei sehr alten Häusern?
Ja, sogar bei Häusern aus den 20er oder 30er Jahren.
Wichtig ist eine gute Planung. Manchmal müssen einzelne Heizkörper vergrößert
oder zusätzliche installiert werden.
Oft reicht es, die Vorlauftemperatur zu erhöhen.
Moderne Wärmepumpen schaffen das problemlos.
Das ist beruhigend. Aber was ist mit der Warmwasserbereitung?
Warmwasser ist sogar einfacher. Wärmepumpen können Warmwasser auf 60 Grad erhitzen.
Das reicht völlig. Mit einem 300 bis 500 Liter Speicher habt ihr immer genug warmes Wasser.
Im Sommer macht das die Solaranlage komplett kostenlos.
Kostenloses Warmwasser im Sommer. Das klingt verlockend. Aber brauche ich einen Batteriespeicher?
Ein Batteriespeicher ist sehr sinnvoll. 10 bis 20 Kilowattstunden Speicher kosten
etwa 10.000 bis 15.000 Euro.
Damit könnt ihr Solarstrom auch abends sowie nachts für die Wärmepumpe nutzen.
Der Eigenverbrauch steigt von 30 auf 70 Prozent.
70 Prozent Eigenverbrauch, das ist ja sehr hoch. Aber was passiert im Winter bei wenig Sonne?
Im Winter erzeugt die Solaranlage weniger Strom, aber die Wärmepumpe läuft trotzdem
effizienter als eine alte Heizung.
Eine moderne Wärmepumpe hat auch bei minus 10 Grad noch eine Jahresarbeitszahl
von 3 bis 4. Das bedeutet, aus einer Kilowattstunde Strom werden 3 bis 4 Kilowattstunden Wärme.
3 bis 4 Kilowattstunden aus einer, das ist ja wie Zauberei. Aber gibt es auch Nachteile?
Wenige, aber einige solltet ihr bedenken. Die Anschaffungskosten sind hoch. Auch mit Förderung.
Wärmepumpen brauchen Strom. Bei Stromausfall habt ihr keine Heizung.
Die Installation ist aufwendiger als bei einer normalen Heizung.
Aber die Vorteile überwiegen deutlich.
Das sind überschaubare Nachteile. Aber wie läuft so eine Installation ab?
Zuerst kommt eine ausführliche Beratung vor Ort. Wir prüfen das Gebäude,
die Heizungsanlage, das Dach für die Solaranlage.
Dann erstellen wir einen detaillierten Plan mit Kostenvoranschlag sowie Förderanträgen.
Die Installation dauert etwa eine bis zwei Wochen.
Danach habt ihr ein modernes, nachhaltiges Heizsystem.
Eine bis zwei Wochen, das ist überschaubar. Aber kann ich auch schrittweise sanieren?
Absolut. Viele Kunden beginnen mit der Solaranlage, später kommt die Wärmepumpe dazu. Oder umgekehrt.
Erst die Wärmepumpe, dann die Solaranlage.
Wichtig ist, dass beide Systeme aufeinander abgestimmt sind.
Wir planen das von Anfang an mit.
Das ist flexibel. Aber lohnt sich das auch bei kleineren Altbauten?
Ja, auch bei kleineren Häusern. Ein Reihenhaus mit 100 Quadratmetern braucht
eine kleinere Wärmepumpe sowie Solaranlage.
Die Kosten sind entsprechend niedriger, die Förderung prozentual gleich hoch.
Auch hier sind die Einsparungen beträchtlich.
Das ist gut zu wissen. Aber was ist mit denkmalgeschützten Gebäuden?
Denkmalschutz ist eine Herausforderung, aber nicht unmöglich.
Wärmepumpen können oft im Keller oder Garten installiert werden.
Für Solaranlagen gibt es spezielle denkmalgerechte Module oder Aufstellungen
abseits des Hauptdachs.
Jeder Fall ist individuell, aber meist findet sich eine Lösung.
Das ist ermutigend. Aber wie sieht es mit der Zukunft aus?
Die Zukunft gehört definitiv der Kombination aus Solarenergie sowie Wärmepumpen.
Ab 2025 dürfen keine neuen Öl- sowie Gasheizungen mehr eingebaut werden.
Altbaubesitzer, die jetzt umsteigen, sind Vorreiter sowie profitieren von hohen Förderungen.
Später wird es teurer sowie schwieriger.
Das sind wichtige Informationen. Vielen Dank, Maik, für diese aufschlussreichen
Einblicke in die Welt der Altbausanierung.
Sehr gerne, Solaria. Es hat mir wieder große Freude bereitet,
über diese zukunftsweisenden Lösungen zu sprechen.
Liebe Hörerinnen, liebe Hörer, das war unsere 37. Folge über Solarenergie sowie
Wärmepumpen für Altbauten.
Wie immer freuen wir uns über eure Kommentare, eure Fragen.
Schreibt uns gerne, ob ihr bereits über eine Altbausanierung nachgedacht habt
oder ob ihr schon Erfahrungen gemacht habt.
In der nächsten Folge sprechen wir übrigens über Solarenergie sowie Elektroheizungen,
eine interessante Alternative für bestimmte Gebäude.
Bis zur nächsten Folge. Bleibt zukunftsorientiert.
Tschüssi, so wie macht's gut.
Die in diesem Podcast geteilten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen
Information über Wärmepumpen, Solarenergie sowie deren Einsatz in Altbauten.
Sie stellen keine Energieberatung, Sanierungsberatung oder Investitionsberatung dar.
Altbausanierungen unterliegen baurechtlichen sowie energetischen Bestimmungen.
Für individuelle Beratung zu Sanierungsmaßnahmen, Förderungen sowie Wirtschaftlichkeit
wenden Sie sich bitte an qualifizierte Energieberater sowie Heizungsfachbetriebe.
Alle Angaben ohne Gewehr.